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Überdruckproblematik

Überdruckproblematik: konvertieren von Schmuckfarben nach CMYK

 2f-Schmuck-Test

Im Beispiel-PDF überdruckt die Schmuckfarbe (Sonderfarbe) die Hintergrundfarbe, die aus 100% Yellow besteht. Angenommen es können keine Schmuckfarben gedruckt werden, müssen diese nach CMYK konvertiert werden.

 

«CMYK überdruckt CMYK»-Problematik

Beim Umrechnen der Schmuckfarbe nach CMYK mit den handelsüblichen Tools (Acrobat, pdfColorConvert, PitStop, Asura) wird aus dem Grün ein fast reines Cyan. Warum?

 

Schmuckfarbe nach CMYK Cyan: 100% Magenta: 1% Yellow: 1% Schwarz: 0% 
Hintergrundfarbe Cyan: 0% Magenta: 0% Yellow: 100% Schwarz: 0% 
Ergebnis Cyan: 100%Magenta: 1% Yellow: 1% 

Schwarz: 0% 

Eine Überdruckregel lautet: «Wenn gemeinsame Druckfarben vorhanden sind, hat immer die Vordergrundfarbe Vorrang.» Somit überschreibt jeder der vier Prozessfarbkanäle der Vordergrundfarbe den jeweiligen Farbkanal im Hintergrund.

 

Überdruckmodi: OPM 0 / OPM 1

OPM = Overprint Mode 

OPM 0 ist der Standard-Überdruckmodus: Tonwert 0% als Vordergrundfarbe überschreibt Hintergrundfarbe.

OPM 1 ist der Illustrator-Überdruckmodus (Nicht-Null): Tonwert 0% wird ignoriert.

 

Beispiel: OPM 0

 

Vordergrundfarbe Cyan: 100% Magenta: 0% Yellow: 0% Schwarz: 0% 
Hintergrundfarbe Cyan: 0% Magenta: 0% Yellow: 100% Schwarz: 0% 
Ergebnis Cyan: 100%Magenta: 0% Yellow: 0% 

Schwarz: 0% 

Die Vordergrundfarbe überschreibt die Hintergrundfarbe, folglich liegt nun ein reines Cyan auf dem gelben Hintergrund, resp. dort wo Cyan druckt, ist Yellow ausgespart.

 

Beispiel: OPM 1

 

Vordergrundfarbe Cyan: 100% Magenta: 0% Yellow: 0% Schwarz: 0% 
Hintergrundfarbe Cyan: 0% Magenta: 0% Yellow: 100% Schwarz: 0% 
Ergebnis Cyan: 100%Magenta: 0% Yellow: 100% 

Schwarz: 0% 

Tonwert 0% wird ignoriert. Somit wird die überdruckende Fläche zu einem Grün aus 100% Cyan (Vordergrundfarbe) und 100% Yellow (Hintergrundfarbe).

 

OPM 0 mit anderen Worten erklärt: wenn gemeinsame Druckfarben vorhanden sind, haben die Vordergrundfarben Vorrang. Selbst wenn der Tonwert in der Vordergrundfarbe geringer ist, als der Tonwert in der Hintergrundfarbe.

OPM 1 ignoriert den Tonwert 0%. Sobald auch nur 1% Tonwert in der Vordergrundfarbe enthalten ist, hat diese wieder Vorrang.

 

Überdruckproblematik bei Transparenzen

Diese oben beschriebene Problematik tritt speziell auch bei transparenzverflachten Dokumenten auf, die Sonderfarben beinhalteten, und bei denen die berüchtigten Sandwiches aus überdruckendem CMYK auf Sonderfarbe entstehen. Dort muss die Wandlung der Schmuckfarbe(n) nach CMYK unbedingt vor der Verflachung erfolgen.

 

Die Problematik ist nur durch eine echte Verflachung zu lösen bei der Vorder- und Hintergrundobjekt verschmolzen werden. Dies passiert z.B. wenn aus den Adobe Programmen mit aktiver Druckoption «Überdruck-Simulation» ausgegeben wird. Keines der uns bekannten Farbmanagement-Tools ist dazu in der Lage.

 

Empfehlung von PrintOnline

PrintOnline empfiehlt allen Datensendern den Farbaufbau des PDFs gemäss den technischen Vorgaben der entsprechenden Publikation zu definieren. Ein Titel, der sämtliche Seiten in CMYK druckt, soll Dateien nur in CMYK akzeptieren und keine Farbkonvertierung vornehmen.

 

Folgende Links geben Ihnen weitere Infos zu diesem Thema:

 

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icon_linkEnfocus PitStop Professional User Guide Kapitel 13

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